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Familienhomepage der Schriemers...
Es gibt sie, die große Liebe im Netz!!
Unsere Liebe begann mit einem kleinen KLICK, so plötzlich, daß
alles noch immer für mich ein Traum ist, ein Geschenk, das ich
gut behüte und alles so eine lange Vorgeschichte hat:
1992 fing ich mit meinem ersten PC an, ich, die
Physiklaborantin gelernt hatte und immer noch die Liebe zur
Technik hegte, inzwischen aber Hausfrau und Mutter von 4
Kindern war, in 2.Ehe lebte. Meine ersten beiden Kinder waren
damals Dirk 19 und Heike 17 Jahre alt. Sie lebten nicht bei mir,
hatten aber guten Kontakt zu mir. Die beiden Kleinen Jörg
damals 7 Jahre und Birgit 6 Jahre lebten glücklich mit mir und
meinem Mann Adolf. Wir lebten ländlich, mein Mann pflegte
noch eine kleine Landwirtschaft, wir hatten Hasen ,
Meerschweinchen und Hühner, sowie einen großen Garten und
ein paar kleinere Felder. Landwirtschaft lag mir nicht so, dafür
träumte ich von der Welt des Computers und vom Internet.
Ende 1972 hörte ich in meinem erlernten Beruf auf, damals
gabs noch keine PCs am Arbeitsplatz, mein Wissen war also
nach wie vor Null.
Als Lehrmeister nahm ich mir meinen großen Sohn. Er freute
sich damals, als sich Muttern einen 486iger kaufte. Über
einfache Spiele lernte ich den Umgang mit dem PC, installieren, kopieren, Dateien erstellen und mehr. So langsam ging ich
über ans Schreibprogramm, Grafiken waren mein Hobby. Für
alle mögliche Anlässe druckte ich Briefe und Karten. Als
nächste Herausforderung war dann 1996 das Internet, so
ganz vorsichtig und in kleinen Schritten erkundete ich es.
Mein lieber Mann wurde leider in der Zeit auch krank, er bekam
Parkinson und bösartige Prostata. Nun war es bei uns zu
Hause so, daß er schon am frühen Abend schlief. Ich saß oft
mit meinen Gedanken da, dachte nach, was wohl auf mich
zukommen wird , aber ich hatte Glück, das Internet half mir
über vieles hinweg.
Inzwischen habe ich mir einen Freundeskreis aufgebaut, habe
gechattet, mit vielen Leuten geredet und mich so abgelenkt.
Die Gespräche waren so unterschiedlich, mal gings um mein
Lieblingsthema Gedichte, mal waren sie ernster, dann wieder
lustig und humorvoll. Ich blühte auf und im Internet ein alter
Hase. Nun kam mir die Idee, ein Internet-Cafe auf zu bauen,
damit ich mal ein Standbein habe und auch wieder in einen
Beruf finde. Mein Mann war damit einverstanden, es sah aus,
als ob es ihm wieder besser ginge, er mauerte mir noch den
Umbau und freute sich mit , wie er es trotz Krankheit noch
schaffte, so tätig zu sein. Es kam mir vor, er freute sich sehr,
mir eine Freude zu machen, es nochmals allen zu zeigen, er
kann noch, denn er war immer ein fleißiger Mann. Doch leider
kams dann zum großen Zusammenbruch, gerade in der Zeit,
als ich das Internet-Cafe zusammen mit meinem PC-Händler
und noch einem dritten Mann - eröffnen wollte, brach seine
Krankheit so richtig aus: Knochenkrebs.
Natürlich galt meine ganze Kraft dann der Pflege meines
Mannes. Viele Arzt- und Krankenhausbesuche standen an.
Jörg und Birgit - inzwischen 12 und 11 Jahre waren ja auch
noch da . Das private ging mir vor, da dachte ich, was ich an
meinem Mann versäume, das kann ich nicht mehr nachholen.
Ich gab mich voll hin, meine Mutter war auch erst an Krebs
gestorben, Hilfe von außen war kaum da. Eine Freundin kam
treu und brav, fragte oft nach, ob sie mir helfen konnte. Ich
pflegte meinen Mann zu Hause, wir führten so viel Gespräche,
wie niemals zuvor.
Mein Mann durchlebte nochmals sein Leben..... Zuvor hatte er
aber meinen Kindern und mir gesagt, er wolle wieder, daß wir
glücklich werden und eine neue Familie gründen. Ja...ich hatte
schon zur Zeit der Pflege meine Gedanken, die schlimmste Zeit
für mich war der Dezember, als ich wußte, sein letzter
Geburtstag wird sein, wenn ers schafft, das letzte
Weihnachten, das letzte Silvester.
Das Wort "Tod" nahm er am 1.12.97 zum ersten Mal in den
Mund, die Kinder erschraken, obwohl sies auch mitansahen,
wie ihr Papa , an dem sie so hingen, immer weniger wurde. Ein
Schweratleth war er mal, nun saß er im Rollstuhl...und das
bald das auch nicht mehr... Ja, es waren traurige Gedanken,
die Angst vor der Zukunft, Internet und alles was dazu
gehörte lief am Rande nebenher.
Große Angst hatte ich vor dem Alleinsein, Angst, vor dem was
auf mich zukam und doch wollte ich alles geben. Für meinen
Mann hatte ich Ruhe, tröstete ihn und doch tats weh, den
Verfall mit anzusehen, von einem Menschen, den man liebt. Er
konnte inzwischen nicht mehr reden , nicht mehr essen hatte
nur Schmerzen, das Morfium wurde immer in stärkere Menge
verabreicht. Mein Hausarzt hat mich sehr gut begleitet , in
dieser Zeit. Ich konnte mich immer an ihn wenden, die
Sozialstation, die zum Schluß 3mal täglich kam, war sehr, sehr
liebevoll. Sein Tod im Jan.98 war eine Erlösung für ihn am
allermeisten, er starb an jenem Tag, an dem ich vor 14 Jahren
unser 1.Kind mit einer Totgeburt verlor.
Nun ja, soweit habe ich nun ausholen müssen, damit man das
Wunder versteht, das Wunder, daß ich nochmals glücklich
werde. Niemals hätte ich daran geglaubt. Ich war verzweifelt,
hatte keine Kraft richtig voll ins Internet-Cafe ein zu steigen,
die beiden Partner, die eigentlich zum gleichen Teil mitmachen
wollten, ließen mich mehr oder weniger im Stich, das Minus lief
allein auf meinem Namen. Hätte ich die Kinder nicht und den
Chat, wer weiß.....was dann passiert wäre...... Mit einer
lieben Chatfreundin habe ich mal, an dem Tag, da ich ganz
verzweifelt war, die ganze Nacht durchgechattet, sie war
meine Stütze, sie gab mir Mut und zog mich als erste wieder
etwas hoch..... ich nahm dann auch meine Kinder, ging zum
Chattertreffen in der Schweiz auf eine Hütte, obwohl ich nicht
Ski fahren konnte.... doch dies Wochenende gab mir Kraft, es
war nur ein ganz kleines Chattertreffen, doch die Freude
steckt noch immer in mir.
Meine beiden Kinder reden auch noch gerne davon. Sie waren
begeistert, endlich mal wieder etwas zu unternehmen, alle
waren so nett zu uns. Wir hatten zu jener Zeit Anfang März,
ich hatte ein neues Auto gekauft - das stand schon lange
an... Urlaub für den Sommer gebucht... wollte mal meinen
Kindern das Meer zeigen, das sie noch nicht kannten.... wir
brauchten diesen Urlaub, nach all dem was war. Meine erste
längere Autofahrt führte nach München, dort lebte ein
Chatter, der mich auch immer sehr aufgeheitert hat, ihn und
seine Familie lernte ich nun real kennen, besuchte auf den
Rückweg meinen Bruder in Stuttgart im Krankenhaus und fuhr
dann wieder heim, 824km bin ich an jenem Tag gefahren,
unser zu Hause lag Nähe Freiburg.
2 Tage später war dann der 13. März 98 , wieder ein Tag, an
dem ich down war, einen Hass auf Männer hatte.... und doch
in den Chat ging, aber nicht in den Stammchat, sondern in
einen , den ich eigentlich doof fand, wollte mich ja auch nur
abreagieren.............und dann ist es passiert....das war der
kurze KLICK, der mein Leben veränderte..........und das Glück
zog wieder ein. Freitag der 13, eigentlich immer ein Glückstag
meiner Jüngsten, da gefiel mein Gespräch einem Mann.
Er war begeistert, welche Chaterfahrung ich hatte, ich sagte,
daß ich aber von der Stimme eines Chatters mir erst das
vollkommende Bild machen könne...schon hatte ich seine
Nummer.... da ich aber eigentlich keine Lust hatte, den Abend
zu telefonieren.... eigentlich auch nicht ganz bei der Sache
war....schob ichs vor mich her....doch mein Gesprächspartner
drängte, ich möge ihn doch anrufen.....dann tat ichs
halt........*peng*....nun wars bei mir passiert.....er meldete
sich nur mit Namen....es knallte bei mir....ich kanns kaum
beschreiben. Eigentlich war ich doch ein alter Hase, was
Leute per Chat kennen zu lernen heißt....es war doch sonst
Freundschaft......und da knallte es ganz kräftig in meinem
Herzen. Von dem Tag an telefonierten wir täglich mehrere
Stunden, wir mailten uns noch dazu....in kürze kannten wir
uns....wir verliebten uns auf diese Weise und hofften, im
Realen hält dies an. Rolf, so hieß er, hatte schon seinen alten
Urlaub geplant, wollte seine Mutter Nähe Karlsruhe besuchen
und dann noch bei sich einiges erledigen.
Jedenfalls kurz vor seiner Abreise telefonierten wir nochmals
6h.....ja....sooooooooooo lange und das auch noch nachts bis
morgens 4h, aus Vernunftsgründen beendeten wir das
Gespräch. Jeder für sich hoffte dann, es möge so im wahren
Leben weitergehen.... Dies Telefonat war am 20.März, am
22.März standen wir uns gegenüber, überraschend...denn ich
hielts nimmer aus. Ja.........es kam zum Kuß , er bekam
Herzrasen...... Es stimmte vom ersten Moment !! Dann fuhren
wir zu mir, 14 Tage war er nun bei mir, seine Pläne, die er für
seinen alten Urlaub gemacht hat, waren dahin...... Er
verstand sich auch sofort mit meinen Kindern, mit ihnen so
gut wie mit mir....... Die Kinder nahmen ihn sofort an, als
väterlichen Freund. Ich wollte ja nieeeeeeeeeeeeee mehr
heiraten und schon garnicht verloben.....doch das Ende seines
Urlaubs war dann: 4.4.1999 ..........unsere Verlobung, an dem
Tage, da ich schon ein Chattertreffen bei mir zu Hause
geplant hatte. Das Chattertreffen sollte mich aufheitern, das
es mit einer Verlobung zusammen fiele, damit hatte ich damals
nicht im Traume gedacht. Rolf, Jörg , Birgit und ich waren
schnell eine Einheit geworden, fuhren zusammen in Urlaub ,
den er zum Glück mit uns verbringen konnte, seine Firma gab
ihm frei, keiner wollte seinem neuen Glück im Wege stehen. Im
September zog ich mit meinen Kindern dann gen Bayern, eine
Wochenendfamilie, das wollten wir eigentlich alle nicht mehr
sein. Es gab erst bei den Kindern ein paar Tränchen, aber im
Grunde wollten auch sie wieder eine komplette Familie, sie
mochten Rolf zu sehr, und leisteten dann eigentlich keinen
Widerstand. Meine Freundin staunte, wie schnell sie sich mit
dem Wohnungswechsel zufrieden gaben. Es siegte die Liebe.
Ja, seid dem 5. September 98 wohnen wir nun in Bayern,
unsere Familie ist glücklich, die Kinder hängen sehr am Rolf,
alle beide......und ich liebe ihn nach wie vor sehr. Am 29.Mai
99 heirateten wir, unsere Familie ist wieder komplett. Die
Kinder werden ihren Papa nicht vergessen, wir können darüber
reden, wir denken mit Liebe an ihn . Meine Neue Ehe kommt
mir vor, als sei es ein Geschenk meines verstorbenen Mannes,
der wollte , daß wir wieder glücklich sind....so sehe ichs....so
empfinde ich dieses Wunder. Gute Freunde geben mir recht
und freuen sich über mein neues Glück nach dem Leid. Ich
suchte nicht, aber ich fand und bin irrsinnig glücklich, glücklich
noch mehr, weils auch meine Kinder sind.
Die Hochzeit fand im engsten Freundes und Familienkreises
statt, all meine Kinder waren dabei. Meine Große heiratet auch
in ein paar Tagen und mein Großer hat eine Partnerin, die er
auch im Chat kennen lernte....