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Silvia und Christoph
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Einige Worte noch vorneweg: Unsere Geschichte, an der wir Euch im folgenden teilhaben lassen, spielt sich in der Hauptsache auf Love@Lycos, dem Chat- und Dating-Service von Lycos ab.

Manche, die diese Geschichte schon im Lycos-Chat oder sonstwie gehört haben, mögen uns für verrückt erklären, weil sie ziemlich ungewöhnlich aber auch sehr sehr schön ist. Es ist aber nun mal so passiert und wir könnnen und wollen nichts mehr daran ändern ...

Um wen geht's? ... Es geht um skorpionin281972, die im richtigen Leben Silvia heisst und (noch) in Schweinfurt lebt sowie victim_of_love, der bürgerlich auf den Namen Christoph hört und in Trier wohnt; Silvia ist 29, Christoph 30 Jahre alt.

Noch ein paar mehr Infos gibt es auf der Homepage von Silvia und der von Christoph.

Alles begann am letzten Tag des Jahre 2001 ...

Christoph:

Eigentlich hatte ich das Jahr 2001 für mich schon völlig abgeschlossen und meine persönliche Bilanz war insbesondere in Bezug auf den zwischenmenschlichen Bereich nicht grade positiv. Ich war seit August aktiv bei Love@Lycos dabei und hatte in dieser Zeit schon drei weniger schöne Erlebnisse was Chat-Beziehungen angeht. Ich war sogar schon soweit, das Chatten ganz an den Nagel zu hängen, habs aber dann doch nicht getan, sondern nur extrem reduziert.

An Silvester 2001 ging ich morgens nur in den Chat um einigen meiner Bekannten dort noch einen guten Rutsch zu wünschen und stellte mich schon drauf ein, das Silvester genauso einsam wird, wie es eine Woche zuvor schon die Weihnachtsfeiertage gewesen waren. Als ich noch eine abschließende Runde durch die Räume machte, landete ich auch in "Skorpis Kummerkasten" - ich nenne das heute Schicksal oder Vorsehung. Es ergab sich eine lockere Unterhaltung mit der Frau, die diesen Raum erstellt hatte, sie hieß skorpionin281972. Sehr schnell kamen wir intensiver ins Gespräch und hatten bald alles andere um uns herum vergessen. Es war ca. 11 Uhr, als wir zu reden begannen und als ich das nächste Mal auf die Uhr schaute, war es 15 Uhr; sie musste dann auch erstmal wieder gehen, versprach aber, in 2 Stunden wiederzukommen. Da sie mir von Anfang sehr sympathisch war, hoffte ich natürlich, dass sie wirklich wiederkommen würde ... und sie kam wieder. Wir chatteten nochmal 2 Stunden bis 19.30 Uhr, dann musste sie wieder weg. Beim Abschied sagte sie noch, sie wolle eigentlich war nicht weg, würde lieber hier bleiben und mit mir weiter chatten, mir gings in diesem Augenblick genauso. Sie versprach allerdings, zu versuchen, später (so gegen 1.00 Uhr) noch einmal in den Chat zu kommen. Ich brauche wohl nicht mehr zu betonen, dass ich inständigst hoffte, dass das klappen würde. In der Zwischenzeit hatten wir auch schon Handynummern ausgetauscht und so verlief die Kommunikation in der Zwischenzeit über SMS. - Das Warten wurde unerträglich, das Kribbeln im Bauch immer stärker, ich konnte es kaum mehr abwarten, sie endlich wiederzusehen bzw. zu lesen. Tatsächlich war sie dann um viertel vor 12 wieder da ... mir ist ein ganzer Felsbrocken vom Herzen gefallen, als ich ihren Nick wieder gelesen habe. Ich ließ meiner überschwenglichen Freude freien Lauf und erfuhr, dass es ihr ganz ähnlich ging und dass sie es auch kaum hatte abwarten können. Den Jahreswechsel verlebten wir im Chat (für mich eine Premiere). Kurz nach Mitternacht telefonierte wir dann auch zum ersten Mal und spätestens als ich ihre süsse Stimme hörte, war es vollends um mich geschehen. Nach dem kurzen Telefongespräch ging es im Chat noch weiter bis etwa 3 Uhr, dann beschlossen wir beide, schlafen zu gehen.

Was dann folgte, mag sich für viele aufgrund der Geschwindigkeit, mit der alles passierte, verrückt anhören, aber es ist nun mal so passiert ...
Vom Neujahrstag an war ich kaum mehr vom Rechner wegzubekommen, wir chatteten Tag und Nacht. Das war nur möglich, weil ich zu dieser Zeit Urlaub hatte und wegen des eisigen Wetters eh nicht vor die Tür wollte. Ganz im Gegenteil: Ihre magische Anziehung trieb mich früh morgens in den Chat und dann meistens vor Mitternacht auch nicht wieder hinaus. Gemeinsam stellten wir sehr schnell fest, dass wir sehr ähnlich für einander empfanden und dass wir uns ineinander verliebt hatten. Ich für meinen Teil hatte sowas in dieser Intensität und in diesem Ausmaß noch nie erlebt, genoss es aber in vollen Zügen; ihr ging es, wie sie sagte, ganz ähnlich ... Trotz allem war ich immer noch sehr vorsichtig, weil ich nichts überstürzen und sie nicht bedrängen wollte, war aber dann wahnsinnig überrascht, als Silvia mir ein paar Tage später online eine Liebeserklärung machte ... Ohne lange nachzudenken und vollkommen aus dem Gefühl heraus musste ich zugeben, dass ich sie auch liebe und spätestens seit diesem Zeitpunkt war uns klar, das wir zusammengehören.

So schön dieses Glücksgefühl auch wahr, so unerträglicher wurde gleichzeitig auch die Sehnsuch und das Verlangen, sich endlich auch real zu sehen. So war ich es, der vorschlug, sich am 05.01. bei ihr in Schweinfurt zu treffen. Alles war schon perfekt vorbereitet und organisiert, als Silvis kleiner Sohn krank wurde und wir das Treffen daher absagen mussten. Natürlich waren wir beide ziemlich traurig darüber, es flossen auch nicht wenige Tränen dabei. Ein neuer Termin für den 12.01. war allerdings schnell gefunden. - In den letzten 10 Tagen hatten wir uns durch das intensive Chatten so gut kennengelernt, das ich das Gefühl hatte, sie schon seit Jahren zu kennen und ihr absolut alles anvertrauen zu können, weil ich ihr vertraue und sie liebe ...

Am 10.01. hatte ich die spontane Idee, unser Online-Verhältnis auch durch eine Online-Hochezeit zu legalisieren. Sogar eine zweites Pärchen war schnell gefunden und so machte ich ihr am Abend dieses Tages öffentlich folgenden Heiratsantrag: "Schatz, wenn man endlich den Menschen gefunden hat, mit dem man den Rest seines Online-Lebens verbringen will, möchte man, daß dieser Rest des Lebens so schnell wie möglich beginnt. Willst Du mich online heiraten?". Ihr Ja machte uns beide endgültig zu den glücklichsten Menschen auf der Welt. - Die Online-Hochzeit hat am übernächsten Wochenende stattgefunden, als sie bei mir in Trier war.

Zwei Tage später war es endlich dann soweit: Wir würden uns nach der unendlich langen Zeit des Wartens sehen. Selbst einige Sabotageversuche von seiten der Deutschen Bahn AG führten leider nicht zum gewünschten Erfolg, so daß ich Silvia schließlich doch endlich am Bahnhof in die Arme schließen konnte. Was dann folgte übertraf noch bei weiten unsere kühnsten Vorstellungen und Erwartungen; wir verlebten zwei wundervolle Tage, die schöner nicht hätten sein können. Natürlich war der Abschied entsprechend schmerzhaft und tränenreich und die Sehnsucht während der Zeit, in der wir getrennt waren, über alle Maßen groß. Dank meines überaus verständnisvollen Chefs konnte ich nochmal drei Tage Urlaub nehmen und Silvia in Schweinfurt besuchen. Dort lernte ich auch ihre beiden Kids Anne (8 Jahre) und Florian (18 Monate) kennen, mit denen ich mich auch auf Anhieb gut verstand; mit Anne hatte ich bereits vorher schon gechattet. Spätestens seit diesem Wochenende nahm auch die Idee konkrete Gestalt an, bald in Trier zusammenzuziehen zumal in der Zwischenzeit auch einige andere Dinge in Silvias nicht so ganz einfacher familiärer Situation geklärt wurden. - Als ich in der darauffolgende Woche auch noch krank wurde, entschloss sich Silvia kurzfristig zwecks "Krankenpflege" nach Trier zu kommen und so verbrachten wir wieder 5 herrliche Tage zusammen. Während dieser Zeit lernte sie auch schon einen Teil meiner Familie und ein paar meiner Freunde kennen, was mir persönlich sehr wichtig war. Auch die Wohnungssuche lief bereits auf vollen Touren, allerdings mit eher mässigem Erfolg ... Weil sie es zu Hause einfach nicht mehr aushielt, kam Silvia schließlich mit Florian letzte Woche wieder nach Trier. Für mich eine Premiere und eine ziemlich Umstellung, aber die Zeit mit Ihr und dem Kleinen war unbeschreiblich schön und ich möchte die beiden auch eigentlich gar nicht mehr missen. Ich hoffe, es klappt bald mit der gemeinsamen Wohnung, damit ich die beiden bald immer um mich haben kann.

Silvia: Dem, was Christoph grad schon erzählt, ist eigentlich meinerseits nicht mehr viel hinzufügen, ausser, dass ich auch nochmal betonen möchte, dass ich seit ich ihn kenne, der glücklichste Mensch auf der Welt bin und mir ein Leben ohne ihn nicht mehr vorstellen kann. Ich freu mich auch schon in ganz besonderer Weise darauf, unsere Zukunftspläne baldmöglichst in die Tat umzusetzen, da ich mir auch nicht sehnlicher wünsche, als zu ihm zu kommen und nicht mehr weggehen zu müssen. - Trier gefällt mir persönlich super gut, mir geht's hier wieder echt klasse (viel besser in Schweinfurt) und auch der Kleine versteht sich prima mit meinem Schatz (was ich insgeheim immer gehofft habe), so daß ich denke, daß die Voraussetzungen für das Zusammenleben hier ziemlich günstig sind. - Auch wenn ich durch meine augenblickliche Lage, die nicht so einfach ist (meine Scheidung läuft noch) oft zusätzlich belastet bin, hab ich doch das Gefühl, das uns das gemeinsame Meistern gerade dieser Schwierigkeiten und Probleme noch näher zusammenbringt und ich bin froh, daß ich dabei auch eine ganz liebe Unterstützung habe.









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